Bei dem gemächlichen Tempo, das wir am Morgen anschlugen, hätte kaum jemand damit gerechnet, daß wir es an diesem Tag noch
bis nach Reykjavík schaffen würden, inklusive Bestaunen der auf dem Weg liegenden Attraktionen. In den ersten Stunden konnten
wir die überwundenen Entfernungen noch in Metern rechnen. Erster Halt war in Vík an einem Touristenladen mit Souvenirs und
Wollprodukten. Der ein oder andere hatte es darauf abgesehen, noch ein paar Kronen auf Island zu lassen. Unerwarteter Weise
wurde auch ich fündig, also Ute, falls du das liest, deine Eule stammt aus Vík.
Zweiter Stop des Tages und nur einige Hundert Meter weiter, der Supermarkt des Ortes, der bewies, daß ich mich durchaus auch
auf Island ungeschickt anstellen konnte. Nach zwei Wochen war das isländische "Fischgeld" immer noch ungewohnt und während
ich die Münzen zusammensuchte, schmiedeten meine eiskalte Wasserflasche und die an der Kasse ausliegenden Plastiktütchen ein
gemeines Komplott gegen mich. Die erste Tüte auf der Rolle krallte sich an den Tau meiner frisch erstandenen Wasserflasche
und als ich den Laden verließ, riss ich sie und fünf Meter ihrer Brüder und Schwestern mit in die vermeintliche Freiheit.
Erst an der Tür wunderte ich mich, warum ich in lauter Plastiktüten stand und trug spätestens beim Zusammenwickeln sehr zur
kurzfristigen Belustigung der nachfolgenden Kassengäste bei. Aber es gab so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit; wenige
Hundert Meter weiter wartete auch wieder etwas Schönes auf mich.
Noch einmal einer der angeblich schönsten Strände - vermutlich nicht nur Islands. Aber bin ich wirklich noch objektiv?
Mein Objektiv war auf jeden Fall hingerissen vom schwarzen Sand, den moosgrünen Klippen und dem glitzernden Wasser. Es war,
ist und bleibt ein schönes Fleckchen Erde.