Auf dem Heimweg nach Vík/Höfðabrekka bog Helgi noch einmal von der Ringstraße ab und hielt in Eldhraun, dem
riesigen, moosbedeckten Lavafeld, das beim angesprochenen Laki-Ausbruch entstanden war.
In Höfðabrekka bekamen wir am Abend schließlich noch die Chance, in Island Wurzeln zu schlagen, indem wir
kleine Alaska-Pappeln im zukünftigen "Wald" pflanzten. Und alle stürzten sich mit Feuereifer auf die vorhandenen
Spaten, um Löcher für die Bäumchen zu graben. Es gab wohl jedem das stolze Gefühl von etwas mehr Individualität, sich
auf der Insel verewigt zu haben. Selbst wenn nur Erinnerungsfotos davon übrig blieben und niemand sein Bäumchen je
wiederfinden würde, geschweige denn, daß überhaupt die Gewißheit bestand, daß es überhaupt gedieh. Die Erfolgschancen
lagen angeblich bei gerade mal 50 Prozent im unwirtlichen isländischen Klima.
Überhaupt bot Höfðabrekka für uns Touristen erstmals Hofatmosphäre. Dabei darf er sich gar nicht mehr Hof nennen, da
Landwirtschaft und Viehzucht zugunsten des Hotelbetriebs aufgegeben wurden. Dennoch hießen uns Hund und Katze
willkommen. Neben den hoteleigenen heißen Quellen waren alle aber besonders vom reichhaltigen Abendbüfett angetan.
Gerade die Nichtfischesser, die in den zwei Wochen doch hin und wieder darben mußten, holten an diesem Abend vieles
nach. Sogar Wal fand sich im Angebot, schmeckte aber wie gewöhnliches Fleisch und man wäre von selbst gar nicht
darauf gekommen, was man gerade aß. Von Diskussionen mit Isländern über den Walfang wurde ohnehin von vornherein
abgeraten, insofern stärkten wir ihre Position, indem wir von Neuem kosteten. Und spätestens nach Plünderung des
reichhaltigen Dessertangebots waren alle zufrieden, froh und glücklich.