Der Tag riss unerwarteter Weise wieder heraus, was an guter Stimmung am Jökulsarlón verloren gegangen war. Von der
Ringstraße bogen wir auf eine der unbefestigten Hochlandpisten ab und wenige Minuten später fanden wir uns in einer
völlig neuen Welt wieder. Berg an Berg, schimmernd im regennassen Grün der Moose. Quellen, Wasserfälle,
Gletscherflüsse überall. Immer mehr wildes Island, obwohl wir uns bis zur Laki-Spalte nur knapp fünfzig
Kilometer von der "Zivilisation" wegbewegten. Je näher wir der Laki-Spalte bzw. dem höchsten Berg daneben, der
Namensgeber spielte, kamen, umso mehr verwandelte sich die Umgebung in eine Mondlandschaft. Nur wesentlich grüner, da
die Moose seit 1784 (dem Ende der 1783 begonnenen Vulkanausbrüche) genügend Zeit zur Rekultivierung der Lava hatten.
Helgi schaukelte uns gewohnt ruhig durch Flüsse und entlang der kilometerlangen Lavafelsen bis an den Rand des Laki.
Der wurde damals von der sich öffnenden Spalte geteilt und steht nun etwa in der Mitte der 115 Vulkankegel, die sich
in nordöstlicher und südwestlicher Richtung auf der Spalte gebildet und insgesamt 12,5 km³ Lava ausgestoßen hatten.
Der größte Teil davon war nach Süden zum Meer geflossen, wovon die ca. 60 Kilometer bis zum Atlantik zeugten, die mit
Lavakegeln regelrecht zugepflastert waren (Fotobeweis unter den späteren Bildern von der abendlichen Rückfahrt).
Für uns ging es zu Fuß natürlich zuerst auf den Laki selbst. Aber Fotos mußten unterwegs gemacht werden. Auf dem
Gipfel reichte die Zeit nur für einen Blick auf die Vulkane entlang der Spalte, dann zogen die Wolken flux zusammen,
verdeckten alles im Umfeld und wir schlüpften im selben Tempo in unsere Regenoutfits.