Quasi um die Ecke des Mývatn liegt der Hverfjall. Mit einem Kilometer Durchmesser bei einer Höhe von 140 Metern ist der Ringwallkrater der größte Krater Islands. Und bestimmt auch trotz
der Tatsache, daß wir uns schon kurz nach dem Frühstück auf den Weg machten, kam unseren Beinen der Anstieg herausfordernder vor, als er auf den Bildern den Eindruck macht. Aber natürlich lohnte
sich die Mühe. Denn der eigentliche Knüller erwartete uns beim ersten Blick über den Rand hinab in den Krater: Steingraffiti. Vorbeikommende Touristen hatten den - doch reichlich tief liegenden -
Kraterboden mit Steinschriftzügen verziert. Da gab es in verschiedensten Größen Hanfblätter, Vornamen, Liebesbekundungen, Herkunftsländer und so weiter und so fort. Für die einen ist das
Verschandelung der isländischen Natur, andere wiederum finden es witzig. Zumindest macht es den Krater noch einzigartiger. Nachdem er schon nicht mehr "perfekt" ist, seit ein Teil einer
Seitenwand abrutschte und so die Form des Rings etwas durcheinander brachte.
Merklich überrascht und beeindruckt zeigten wir uns von den Windverhältnissen, die auf dem Kraterrundweg herrschten. Die Sturmböen kamen hin und wieder aus so ungünstigen Richtungen, daß sie
uns regelrecht den Atem nahmen. Und nur mit Schräglage widerstand ich, einem literarischen Vorbild folgendend vom Kraterrand weggeweht zu werden.