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Grassodenhaus in Laufas Grassodenbauernhof Laufas
Grassodenbauernhof Laufas Goðafoss
Goðafoss Goðafoss
Steinbogen am Goðafoss Goðafoss, Abfluß
Von Akureyri nach Húsavík

Als ginge es darum, die zwangsläufig gebückte Haltung aus dem Nonnahús sinnvoll weiterzuverwenden, gab es den nächsten Halt im Freilichtmuseum Laufas mit seinem historischen Grassodenbauernhof. In Ermangelung verwertbarer Baumaterialien errichteten frühere Generationen auf Island ihre Wohnhäuser auf diese Weise. Auf einer Umrandung aus Steinen zum Schutz vor Feuchtigkeit wurden die Grassoden zu Häusern aufgeschichtet. So klein wie sie von außen auch aussehen mögen, im Inneren verbinden sie sich auf einer beachtlichen Fläche zu ganzen Komplexen. Allerdings mußten sich auch stets etliche Personen diesen Platz teilen. Und ganz abgesehen davon, daß wie bereits erwähnt an der Höhe der Häuser gespart wurde, sind sie ziemlich dunkel und muffig. Bei der Besichtigung der historischen Küche streikte meine Nase endgültig und ließ mich in sicherer Entfernung im Durchgang zum Wohnraum stehen bleiben. Blieb abschließend festzuhalten, daß die Häuschen von außen bei weitem hübscher anzuschauen waren.
Unbeengt zwar, aber belastet durch weitere Reisegruppen machten wir im Anschluß Station am Goðafoss. Ein netter Wasserfall, und wenn auch nicht so gigantisch wie manch anderer auf Island, so brachte er doch eine bemerkenswerte Dynamik zustande. Seinen Namen erhielt der Götterwasserfall durch ein historisches Ereignis. An gleicher Stelle hatte im Jahr 1000 ein Gode - ein Stammeshäuptling der Region - seine zuvor verehrten Asen-Figuren in den Strom geworfen und beschloss so sein Heidentum, um zum christlichen Glauben überzutreten.
Auch trotz der Menschenansammlungen am Goðafoss ließ sich festhalten, daß man am Wasserfall durchaus seine ruhigen Momente genießen konnte. Touristen wie die von der Queen Elizabeth II rannten selbst in ihrem nur wenige Stunden dauernden Kurzaufenthalt auf Island lieber in den nebenan liegenden Souvenirladen, anstatt die Live-Eindrücke so lange wie möglich in sich aufzusaugen. Aber mir sollte es recht sein.
Die "Flucht" vom Goðafoss ging in Richtung Tagesziel Húsavík ("Häuserbucht" für die Sprachkundler). Schließlich wartete dort ein weiterer herbeigesehnter Reisehöhepunkt. Wenn ich nun aber ansetze, von Walbeobachtungen zu sprechen und sich der geneigte Beobachter fragen mag, wo die tollen Fotos davon geblieben sind, kann die Ernüchterung nur auf dem Fuß folgen. Zu starker Wind und raue See veranlaßten die Kapitäne dazu, an diesem Abend nicht mehr mit ihren Walbeobachtungsschiffen hinaus zu fahren. Diese Ernüchterung zehrte mächtig an den kurz zuvor noch freudig erregten Gesichtern. Und machte allen deutlich, daß eine vorher festgelegte Zeit- und Routenplanung in den entscheidenden Momenten leider nicht flexibel genug sein konnte. Und auch wenn wir aus der Enttäuschung dieses Abends noch nicht die Gewißheit ziehen konnten, zu einem späteren Zeitpunkt mehr Glück zu haben, erlaube ich mir in meiner nun vorhandenen zurückblickenden Weisheit den Hinweis auf den letzten Tag der Reise. Wer an dieser Stelle Lust auf Walbeobachtungs-bilder hat, dem sei hiermit der Tag 14 ans Herz gelegt.
Für uns klang der Abend des sechsten Reisetages mit dem Ersatzprogramm Walmuseum aus. Ohne Zweifel ein vollgepackter Hort des Wissens zu den Meerestieren, aber nunmal keine gleichwertige Erfüllung der Vorfreude auf reale Erlebnisse im offenen Meer.