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Sprengisandur-Route, Kraftwerkskunst "Frequency" Sprengisandur-Route, Kraftwerkskunst "Frequency"
Hekla mal ohne Kappe Sprengisandur-Route, Þórisvatn
Sprengisandur-Route, Blick auf den Hofsjökull Sprengisandur-Route
Sprengisandur-Route, Tal der arktischen Weidenröschen Sprengisandur-Route, Tal der arktischen Weidenröschen
Sprengisandur-Route, Tal der arktischen Weidenröschen Sprengisandur-Route, Tal der arktischen Weidenröschen
Durch das Hochland

Zur Erinnerung: Die Route durchs Hochland besaß für mich viel Gewicht bei der Wahl der geeigneten Islandreise. Allein für diese hohen Ansprüche war der Tag letztlich etwas dürftig im Vergleich zu den anderen Erlebnissen. Keine bizarren Berge, Eis, Schnee, unwirtliche Landschaften und reißende Ströme. Stattdessen viel Lava, Asche, Geröll, Kies und Steine - und alles fleißig von Wind und Wetter rundgelutscht. So hatte das Hochland ganz andere Dinge zu bieten, als sich der gespannte Tourist vorher ausmalte. Beispielsweise haben die Isländer einen Faible dafür, ihre Kraftwerke mit Kunstobjekten zu schmücken, anstatt nur hübsche Fassaden in der Landschaft zu platzieren. So gesehen an einem der Kraftwerke entlang der Þjórsá. "Frequency" von Finnbogi Pétursson spielt mit den Elementen, um so den Dialog zwischen ihnen zu verdeutlichen. Auf einer Kuppe vor dem Kraftwerk liegt eine überdimensionierte Orgelpfeife, die tiefe Töne von 50 Hertz erzeugt, wenn der Nordwind in sie hineinbläst. Mit der gleichen Frequenz summt die Elektrizität in den Stromleitungen darüber. Wasser, Strom und Wind im Einklang.
Für eines der Þjórsá-Kraftwerke wurde im Hochland extra der Þórisvatn angestaut. Genau genommen inzwischen der größte See Islands, aber da er künstlich erschaffen wurde, darf der Þingvallavatn weiterhin das Rennen machen. Und wohl kaum ein Isländer ist böse darüber. Am See herrschte gespenstische Stille. Als der Wind aussetzte und auch die Gespräche der Touristen verstummten, war absolut kein Mux mehr zu hören. Unglaublich wohltuend und doch auch im ersten Augenblick verwirrend, weil völlig unerwartet. Vor mir lag nur noch regungslose Weite. Einer der Momente, in dem die drängende Weiterfahrt störte.
Und auch wenn ich es hin und wieder nicht glauben mochte, das Hochland hielt witzige Überraschungen bereit. Plötzlich fanden wir uns in einem riesigen Feld arktischer Weidenröschen entlang eines kleinen Flusses wieder. Erstaunlich - und doch auch nicht - ist, daß sich trotz der Weite des Hochlandes die Touristen dort "auf die Füße treten". Aber bei nur zwei hauptsächlich befahrenen Strecken durch das Hochland wird das verständlicher. Und so tummelten sich unter anderem im Tal der Weidenröschen mehrere Gruppen aufeinander. Leider gab es trotz der häufigen Aufforderungen zum Schutz der arg beanspruchten isländischen Natur auch dort Touristen (selbstverständlich aber nicht aus unserer Gruppe), die dennoch mitten in das Feld hineintappten. Besser wurden die Fotos dadurch sicher auch nicht.