Mit dem Bus wieder querfeldein. Stop! Wir kamen im falschen Augenblick. Zwei isländische Arbeiter setzten genau vor uns
einen der typischen Weideübergänge in die (natürlich nicht asphaltierte) Nebenstraße, die wir für den Weg nach
Landmannalaugar auserkoren hatten. Statt Toren kommen inzwischen fast überall die Gitterroste in den Straßen zum
Einsatz, über die Busse und Autos problemlos fahren können, die für Schafhufe aber unpassierbar sind. Helgi packte
sofort mit an, 19 Touristen schauten fasziniert zu. Mit diesen vereinten Kräften gelang das Unterfangen, so daß wir
unsere Fahrt kurz darauf fortsetzen konnten.
Also weiter hinein ins Hochland. Erster Halt war unterhalb der Hekla. Die "Kapuzenträgerin" besitzt ihren Namen nicht
zu Unrecht, versteckt sie sich doch die meiste Zeit unter einer Wolkenkappe. Dabei verdeckt sie Schauerliches. Denn
die Hekla ist der berüchtigtste und aktivste Vulkan Islands (letzte Ausbrüche 1991 und 2000) und gilt als "nördliches
Tor zur Hölle".
Entlang der Wasserkraftwerke, für die die Þjórsá auf etlichen Kilometern treppenförmig angestaut wurde, ging es ins
Hochland. Und der Einstieg erwies sich schon wieder völlig anders zu allem vorherigen. Glatte, runde Hügel, keine
Vegetation. Alles abgeschliffen, kaum noch Ecken und Kanten. Erst als wir den Mýrdalsjökull umrandet hatten und in
Richtung Landmannalaugar fuhren, wurde auch die Umgebung wieder schroffer. Doch kurz vorher nutzte Helgi eine
kleine Abzweigung, um an einem Anstieg mit recht beträchtlicher Steigung zu zeigen, was sein Allradantrieb drauf hat
und um uns eine weitere kleine Attraktion zu bieten, an der wir allein bestimmt vorbeigefahren wären. Am höchsten Punkt
angekommen, lag plötzlich ein Kratersee, umringt von roten und grünen Felswänden, unter uns - das "Dreckloch".