Ich war ein fleißiger Tourist. Und noch grün hinter den Ohren nach gerade zwei Tagen auf Island. Schon vom Bus aus
fotographierte ich einen imposanten Wasserfall, der sich nur wenige Hundert Meter neben der Ringstraße seinen Weg von
einem Felsvorsprung herab sucht. Kurz darauf bogen wir von Islands Hauptstraße - der Route Number 1 - auf eine der
typischen Schotterpisten ab - der Seljalandsfoss war unser erstes Tagesziel. Ich muß geduldiger werden. Aber
Digitalkameras verzeihen selbst das.
Die Postkartenmotive vom Seljalandsfoss, die es auf Island zu kaufen gibt, verschweigen kunstvoll, daß sich die
Fotographen mindestens einmal abtrocknen mußten, um die besten Aufnahmen zu bekommen. Mir war an diesem Morgen noch
nicht wieder danach, gründlich nass zu werden, sonst hätte auch die Möglichkeit bestanden, hinter dem Wasserfall
vorbeizulaufen. Allerdings wußte ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht, was mir an diesem Tag noch alles blühen würde.
Zur allgemeinen Belustigung trug die asiatische Großfamilie bei, die zeitgleich am Morgen den Wasserfall besichtigte.
In allen erdenklichen Kombinationen wurden Zwei-Personen-Fotos vor dem Seljalandsfoss geschossen. Immer von der exakt
gleichen Position aus. Zurück in der Heimat würde bestimmt kein Zweifel aufkommen, daß sie alle da waren.