Die Hüttchen, die das Hotel bildeten, mochten eine eigenwillige Romantik versprühen, aber ein schönerer Platz für die
Nacht hätte sich kaum finden lassen. In aller Ruhe, nur wenige Schritte vom Flußufer entfernt.
Viele freuten sich, daß wir drei Tage am Stück in einem Ort untergebracht waren, dessen Namen sie auch aussprechen
konnten. Offensichtlich hatten sie im Reiseführer nicht den Teil "So sprechen Sie Isländisch" gelesen, sonst hätten sie
gewußt, daß selbst das so übersichtlich daherkommende Hella anders ausgesprochen wird, als es die deutsche Zunge im
ersten Moment versucht ist. Aus Doppel-L wird im Isländischen nämlich "dl". Und schon war für einige beim ersten
Abendessen in - zum Üben der Aussprache - Hella die Freude am ersten instinktiv richtig ausgesprochenen Stadtnamen
verflogen.
Bei mir verflog, beginnend am zweiten Abend, die Zurückhaltung betreffend Fischgerichten. Und das nicht nur, weil die
Alternativen für Nichtfischesser - man muß es so sagen - erbärmlich sind, sieht man vom Lammfleisch ab. Aber wo, wenn
nicht in Island, will man mit dem Fischgenuß wieder beginnen. Und ich wurde bis zum Ende der Reise zum Glück auch nicht
enttäuscht.