Die erste Wanderung wartete auf uns und wir waren gleich mittendrin in der aktiven Zone, die sich vom Südwesten in den
Nordosten quer durch Island zieht. Wilde Lavaformationen zeugen von dem vulkanischen Pulverfass, das unter der Erdkruste
lauert und sich entlang dieser Linie immer wieder Stellen zum Ausbruch sucht.
Das Wetter blieb - wie man sieht - hundsmiserabel, aber darauf waren wir gefaßt. Und so kramte spätestens nach der
Überschreitung des Zielgipfels, ab dem uns der isländische Regen ungebremst entgegenschlug, jeder auch noch die letzten
Teile der Regenausrüstung aus dem Rucksack.
Bekannt ist Nesjavellir durch sein großes Geothermalkraftwerk, das mit dafür sorgt, daß in Reykjavík und Umgebung niemand
kalte Füße bekommt. Schade nur, daß trotz Anmeldung niemand im Werk war, um uns hineinzulassen.
Apropos heißes Thermalwasser: als Tourist weiß man diesen Schatz gar nicht zu würdigen. Denn überall auf Island, wo das
heiße Wasser durch Bohrungen direkt aus der Erde gefördert wird, kommt es mit einem sehr unangenehmen Schwefelgeruch aus
dem Wasserhahn. Schuld sind geringe Mengen an gelöstem Schwefelwasserstoff, unschädlich zwar, aber für Touristennasen
wahrlich keine Freude. Und so gingen einige von uns anfänglich dazu über, das geringere Übel einer kalten Dusche
vorzuziehen.