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Reykjanesbær, Íslendingur Reykjanesbær, Íslendingur
Reykjanesbær, Grassodenhaus neben der Íslendingur Reykjanesbær, Íslendingur
Reykjanesbær, Íslendingur

Das Wikingerschiff Íslendingur ("Icelander") basiert auf Schiffbautraditionen, die über 1100 Jahre alt sind. Es gleicht damit dem Gokstad-Schiff, das 1880 in Norwegen entdeckt wurde. Man nimmt an, daß Gokstad um das Jahr 880 herum gebaut wurde und somit vermutlich den Schiffen ähnelte, die die ersten Siedler benutzten, als sie 874 Island erreichten.
Die Schiffe, die während der Wikingerzeit verwendet wurden, lassen sich in zwei Kategorien einteilen. Das Langboot kam auf kürzeren Reisen, Erkundungsfahrten entlang der Küsten und bei Angriffen zum Einsatz. Der zweite Schiffstyp, bekannt unter dem Namen Knörr, diente als Handelsschiff für den Transport von Waren, oder für längere Reisen wie die Überfahrt nach Island. Bei voller Besatzung nahm ein Schiff wie die Íslendingur eine etwa 70-köpfige Crew auf. Dies schuf die Möglichkeit, die Rudermannschaft auf zwei Schichten aufzuteilen.
Beim Bau der Íslendingur zwischen 1994 und 1996 legte Kapitän Gunnar Marel Eggertsson großen Wert darauf, sich sowohl bei der Bauweise als auch bei den verwendeten Werkzeugen so weit wie möglich an das zu halten, was die Wikinger damals für die Konstruktion ihrer Schiffe entwickelten.
Die Íslendingur ist 23 Meter lang, 5,25 Meter breit und hat ein Gewicht von 80 Tonnen. Der Mast ist 18 Meter hoch und das verwendete Segel nimmt eine Fläche von 130m² ein.
Im Jahr 2000 segelte Kapitän Eggertsson mit einer neun Mann starken Crew die Íslendingur von Island nach Grönland und von da weiter nach Nordamerika. Er folgte dabei der Route, die auch der isländische Entdecker Leifur Eiríksson im 11. Jahrhundert genommen hatte. Nach 4200 Seemeilen, 110 Tagen und Stops in 25 Häfen endete die Reise der Íslendingur in New York.